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Blümchensex zu langweilig?

29. Oktober 2016 - Der Swingerclub
Blümchensex zu langweilig?

Blümchensex – langweilig?

Swingerclub Teil 2
Das Computerspiel ist recht simpel. Viele Schäfchen auf der Weide und nur ein einziger süßer, kleiner Bock. Es herrschen also paradiesische Verhältnisse. Der Gute hat auch einen Namen. Das Böckchen heißt Sven und er darf alle “Damen” mit seiner männlichen Kraft beglücken. Auf die Dauer ganz schön langweilig, aber es erinnert mich irgendwie an meinen ersten Clubbesuch.

Wunschwitz war ein kleiner Swingerclub in der Nähe von Dresden. Die Chefin war der dominante Kern des Hauses. Sie zu beschreiben ist nicht einfach. Das Erste, was sofort in Auge sticht, ist ihre unglaubliche Oberweite von mindestens 100FFF. Ich habe keinen blassen Schimmer wie viele F’s notwendig sind, um diese prächtige Fülle zu beschreiben. Ein unübersehbares Symbol der Fruchtbarkeit und des prallen Lebens, das sie mit einem tiefen Dekolte stolz präsentierte.
Der Schäfer und die Schafe

Ihr Mann, das Glanzbeispiel einer echten ostdeutschen Karriere: Den Aufstieg vom Schäfer über den Bürgermeister des Ortes bis zum Swingerclubbetreiber kann nur einer schaffen, dem das Wort “vernünftig” völlig fremd ist. Die manchmal charakteristische Strenge seiner Frau quittiert er mit einem ungewöhnlichen Humor aus einer Mischung von Schäferlatein, der sprachlich verwirrenden Kompetenz eines Beamten und dem frivolen anatomischen Wissens über den Zusammenhang von Frauen und Schafzucht. Schnell wurde aus den Frauen ein Lamm und ihre Brüste zu Zitzen. Verschiedene Besucher sollten erst mal auf die Weide… und ich lernte, das Blätterfresser kraftlos sind.

Hier, in diesem Haus, habe Ich mir mein Wissen über die eventuelle Abstammung des Menschens vom Schaf angeeignet. Eine verblüffende Theorie, aber nicht ganz abwegig. Jeder kann von den unerschöpflichen Erfahrungen beider Clubbetreiber viel lernen und trotzdem hatten sie so ihre Geheimnisse. Die Tradition, lockeren Sex zu genießen, wird hier hochgehalten und Neulinge werden mit einfachen und sehr hilfreichen und warmen Worten eingewiesen. Es gab eine strenge, feste Regel: Alles was im Haus geschieht, kommt nicht an die Öffentlichkeit. Genau so war es dann auch. Traf man sich zufällig in der Öffentlichkeit, was wirklich sehr selten war, bemerkte niemand dieses schnelle unauffällige kurze Lächeln. Keiner wusste von der geheimen Verbindung, die auch ihr Vorteile hatte.

Doch das ist schon viel zu weit vorgegriffen. Es dauerte immerhin noch sechs lange Jahre, bis ich das erste Mal meinen kleinen schüchternen Fuß über die Schwelle dieses Hauses gesetzt habe.

Die Geschichte begann mit meiner Ehe. Selbst als Single hatte ich mehr Sex als in dieser Partnerschaft. Ständig hatte ich das Gefühl alles falsch zu machen. Ich hatte die falsche Figur und sowieso war alles an mir nicht so wie es sein sollte. Mein Selbstbewusstsein war gegen Null. Flirten hatte ich ganz und gar verlernt und wozu sollte ich auch, wer hätte schon Interesse an mir?

Jahrelange Enthaltsamkeit macht sich im allgemein bei Frauen durch geistig nicht nachvollziehbare, zickige oder hysterische Attacken gegenüber unschuldigen Mitmenschen bemerkbar. Hier fehlten eindeutig ein paar wirkungsvolle Hormone! Sie sorgen für ein gesundes Gleichgewicht und für seelische Ausgeglichenheit. Natürlich stimmulieren sie die Gehinzellen und machen den Umgang mit Frauen viel viel erträglicher. Zumindest war das wohl die Lösung meiner Probleme. Ich brauchte also eine zündende Idee.

Folgende Fakten standen sich gnadenlos gegenüber: Trostloses Restleben in einer müden Ehe und mangelndes Selbstbewusstsein. Oder das Auffrischen von Erinnerungen an bessere Zeiten voller Erotik, voller Sex und voller Neugier auf das Leben. Aktuell gab es nur noch vorsichtige erotische Gedanken beim Anblick von runden Äpfeln und versteckte Blicke auf die Rückseite junger Männer .

Die Entscheidung fiel mir deshalb recht leicht. Ich packte meine Sachen, verabschiedete mich höflich von meinem Ehemann und zog nach Dresden. Sein Gesicht werde ich nie vergessen und je mehr es seinen üblichen Zügen entgleiste, desto sicherer war ich meiner Entscheidung. So konnte es einfach nicht weiter gehen.

Eine kleine, ruhige Wohnung in den Weinbergen von Radebeul hatte es mir angetan. Herrlich grün, herrlich viele Vögel und noch mehr Ruhe. Letzteres war nicht Sinn und Zweck der Aktion, aber für den Anfang recht angenehm. Die unendliche Stille war zwar schön, aber die Vögel erinnerten mich ständig daran, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt. Immer stärker kreisten meine Gedanken um dieses eine Thema. Mein Geist war so vernebelt, dass schon ein einfacher, unschuldiger Bleistift meine Phantasie anregte.